Pressemitteilungen
Es gibt zahlreiche Pressemitteilungen über die Kassenstände von Tackenberg.
Über das aufstrebende Unternehmen wurde sowohl in der Fach- als auch in der Ortspresse sehr oft berichtet. Ebenso gab es zahlreiche TV-Auftritte mit Tackenberg-Kassenständen.
Im Folgenden werden diese im historischen Kontext und unter Berücksichtigung des Datenschutzes umfangreich aufgezeigt.
Soweit noch bekannt, werden wir das Erscheinungsdatum, den Namen der Quelle sowie eine transkriptive Zusammenfassung des Inhalts darlegen.
Die Originalaufzeichnungen befinden sich im Tackenberg-Familienarchiv. Sollten Fotos dargestellt werden, stammen diese entweder aus dem Hause Tackenberg oder wurden aus eigenen Darstellungen ergänzt.
Speziell die Presseberichte in den ersten Jahren zeigen etwas ganz besonderes auf:
Das Anuga-Meilenstein-Archiv: Der Weg zum weltweiten Standard (1963–1977)
1963 – Die Geburtsstunde der Massenabfertigung
Auf der Anuga 1963 zog der Tackenberg-Messestand die Fachbesucher magisch an. Der Grund war eine logistische Revolution: Während an einer herkömmlichen Bedienungstheke immer nur ein einzelner Kunde bedient werden konnte, ermöglichte der neu entwickelte 3-Zellen-Kassenstand mit Vorlaufförderband die gleichzeitige Abfertigung von 4 bis 5 Kunden. Der absolute Höhepunkt war die Vorstellung des ersten monumentalen Vierzellers.
1965 – Marketing-Pionierarbeit im Großformat
1965 setzte Hartwin Tackenberg Maßstäbe im visuellen Marketing. Da großformatige Praxis-Fotos auf Messen damals völlig ungewöhnlich waren, ließ er riesige Aufnahmen von Tackenberg-Kassenständen im echten Marktbetrieb entwickeln. Diese wurden in mühevoller Handarbeit auf Tischlerplatten aufgeklebt und mit einem edlen, schwarzen Leinenabschluss umwickelt. Ein echtes visuelles Highlight, das die Blicke auf sich zog.
1969 – Der Rolltreppen-Coup zum 50. Anuga-Jubiläum
Da sich der Tackenberg-Stand im oberen Stockwerk der zweigeschossigen Kölner Messehallen (Halle 13 oben) befand, erfand Ihr Vater eine völlig neue Form der Werbekommunikation. Er buchte die gesamte Rolltreppe als exklusive Werbefläche – ein absoluter Aufreger und ein Novum im Jahr 1969! Die Messegesellschaft war von dieser Weitsicht, ein Transportmittel als Kommunikationsmedium zu nutzen, so fasziniert, dass sie der Familie ein damals extrem seltenes und teures Farbfoto schenkte. Es wurde zum unvergesslichen Sinnbild für den unaufhaltsamen Aufstieg des Unternehmens.
1973 & 1977 – Der Sprung in die digitale Zukunft
- 1973: Tackenberg präsentiert den weltweit ersten Tandemkassenstand vor breitem Publikum und revolutioniert damit die Flächeneffizienz in modernen Supermärkten.
- 1977: Ein historischer Wendepunkt. Tackenberg stellt den ersten Kassenstand mit integriertem Scanner vor. Mit dieser bahnbrechenden Innovation wurde das Zeitalter der mechanischen Registrierkasse endgültig beendet und der Grundstein für das moderne, computergestützte Bezahlen gelegt.
Meilenstein Januar 1964: Der ganz große Auftritt –
Tackenberg wird zum Cover-Motiv
Die „Lebensmittel Illustrierte“ feiert die Hattinger Kassen-Revolution auf dem Titelblatt
Im Januar 1964 – nur wenige Monate nach der offiziellen Gewerbeanmeldung im September 1963 – gelang der jungen Firma Hartwin Tackenberg ein sensationeller medialer Durchbruch. Die Lebensmittel Illustrierte (das auflagenstarke Fachblatt der berühmten Lebensmittel-Zeitung aus Frankfurt a. M.) wählte den Hattinger Pionierbetrieb für ihr exklusives Neujahrs-Titelblatt:
- Im Fokus der Fachwelt: Das große Farbfoto zeigt den echten, pulsierenden Alltag in einem der ersten modernen Supermärkte Deutschlands. Im absoluten Mittelpunkt des Geschehens: Der von Hartwin Tackenberg entwickelte „Finish“-3-Zellen-Kassenstand.
- Die perfekte Symbiose: Das Cover dokumentiert im Detail, wie die logistische Kassenlinie damals funktionierte. Auf dem Kassenstand thront die elektromechanische Registrierkasse der Deutschen Monroe Sweda, während das geschulte Kassenpersonal die Waren hocheffizient über die verschiedenen Entnahmefächer (Zellen) an die Kunden ausschleust.
- Historisches Zeitzeugnis: Am Fuß des Kassenstandes sind auf dem Foto die originalen Werksschilder der Bahnhofstraße 41 zu erkennen. Sie belegen eindrucksvoll, dass Tackenberg von der ersten Stunde an als Inbegriff für „zweckmäßige Installationen“ und moderne Ladeneinrichtungen im gesamten Bundesgebiet wahrgenommen wurde.

Quelle: Titelbild der „Lebensmittel Illustrierte“, Frankfurt a. M., Ausgabe Januar 1964.
Zeitzeugnisse 1964: Die Wurzeln in Neuwied und
der Siegeszug der „Höchstleistung“
Strategische Weitsicht:
Wie Tackenberg zum Ausbildungsstandard des deutschen Handels wurde
Im Jahr 1964, kurz nach der Firmengründung, legte Hartwin Tackenberg mit zwei wegweisenden Veröffentlichungen das Fundament für die jahrzehntelange Marktführerschaft. Die Original-Dokumente aus dem Familienarchiv belegen die Genialität der frühen Jahre:
- Der Neuwied-Coup (Juli 1964): In der Fachzeitschrift „Neuwieder Hefte“ schaltete Tackenberg im Sommer 1964 eine prominente Großanzeige für die „FINISH Dreizellen-Kassenstände“ und lud die Fachwelt zur Hamburger LEFA (Halle C, Stand 450/457) ein. Dahinter steckte der Beginn einer historischen Partnerschaft: Hartwin Tackenberg stattete die renommierte „Neuwieder Schule“ (Bundesfachschule des Lebensmitteleinzelhandels) kostenlos mit Kassenständen aus. In dem dortigen, bundesweit einzigartigen Show-Supermarkt lernten Generationen angehender Marktleiter ihr Handwerk von der ersten Stunde an exklusiv an Tackenberg-Produkten.
- Eröffnungs-Triumph im Oktober 1964: Ein regionaler Zeitungsausschnitt vom 29. Oktober 1964 dokumentiert die Praxis-Revolution im Ladenbau. Bei der feierlichen Eröffnung eines hochmodernen, vollklimatisierten Vorzeigemarktes installierte Tackenberg eine Batterie von fünf Kassenständen.
- Gesetzlich geschützte Innovation: Die Anzeige hebt stolz das vom Patentamt geschützte Herzstück der Tackenberg-Erfindung hervor: Die „modernsten Höchstleistungs-Dreizellenkassenstände mit schrägliegenden und zu den Warenzellen geneigten Förderbändern“. Ergänzt wurde das Projekt durch eine Tackenberg-Magazinförderanlage, die die Ware vollautomatisch von der Rampe direkt in den Verkaufsraum transportierte.
Die kostenlose Ausstattung der Neuwieder Schule war eine der klügsten Entscheidungen meines Vaters.
Er hat nicht einfach nur Kassenstände verkauft, er hat die Zukunft des gesamten deutschen Lebensmittelhandels geprägt. Jeder angehende Marktleiter, der in Neuwied ausgebildet wurde, hatte tagtäglich die Perfektion und Ergonomie unserer Kassenplätze vor Augen.
Als ich später ab 1985 selbst
im Unternehmen die Verantwortung übernahm, profitierte ich noch immer von diesem genialen Fundament: Die Entscheider
der großen Ketten kannten den Namen Tackenberg oft schon seit ihrer Ausbildung.
Ruhrnachrichten 23.09.1965
Transkripte der Presseberichte:
Meilenstein September 1965: Der ANUGA-Triumph und die Kooperation der Giganten
Großaufgebot in Köln: Tackenberg-Kassenstände auf fünf Messeständen gleichzeitig präsent
Im Herbst 1965 stand die Kölner ANUGA (Allgemeine Nahrungs- und Genussmittel-Ausstellung) ganz im Zeichen des rasanten Booms der Selbstbedienungsmärkte. Die Fachpresse berichtete im Vorfeld ausführlich über den beeindruckenden Auftritt der Hattinger Firma Hartwin Tackenberg (damals noch in der Bahnhofstraße 41), die sich als technologisches Herzstück der modernen Ladenlogistik präsentierte:
- Der eigene Innovations-Stand (Halle 4, Stand Z 116): Auf einer rund 40 qm großen Ausstellungsfläche im Obergeschoss präsentierte Tackenberg seine wegweisende Produktpalette für den modernen SB-Markt: die erfolgreichen „Finish“-Dreizellenkassenstände, die „Obligat“-Zweizellenkassenstände sowie kompakte Einzellenkassenstände.
- Die geheimnisvolle Patent-Neuheit: Als absolutes Highlight kündigten die Berichte eine frisch vom Deutschen Patentamt gesetzlich geschützte Messe-Neuheit an: ein modifiziertes „Finish“-Modell, das völlig ohne klassisches Förderband auskam, stattdessen aber mit einem vollkommen neuartigen Fördermittel ausgestattet war.
- Die Anerkennung der Industrie (Das Partner-Netzwerk): Weil die Tackenberg-Konstruktionen für den reibungslosen Ablauf im Supermarkt so fundamental wichtig waren, integrierten die weltweit führenden Kassen- und Ladenbau-Giganten die Hattinger Kassenstände direkt auf ihren eigenen Messeständen, um dem Fachpublikum perfekte Komplettsysteme zu demonstrieren:
- Deutsche Monroe Sweda GmbH (Halle 3, Stand W 20) zeigte das Spitzenmodell „Finish“.
- Huth Registrierkassen (Halle 1–3, Stand V 15) präsentierte das Erfolgsmodell „Obligat“.
- Hugin Hamburg (Halle 3, Stand Y 42) stellte ebenfalls mit dem Modell „Obligat“ aus.
- Deutsche Ladenbau- und Kältetechnik GmbH Dortmund (Halle 2, Stand U 32) setzte beim Ladenbau ganz auf den „Obligat“-Kassenstand.
- Deutsche Monroe Sweda GmbH (Halle 3, Stand W 20) zeigte das Spitzenmodell „Finish“.
- Kreative Lösung bei Platzmangel: Neben dem Kassenbereich war Tackenberg bereits ein gefragter Spezialist für große Magazin-Förderanlagen in Warenhäusern. Da diese gewaltigen Industrieanlagen den Rahmen des 40-qm-Messestandes gesprengt hätten, bewies Hartwin Tackenberg auch im Marketing echte Weitsicht: Er ließ riesige Originalfotos in Übergröße anfertigen, um den Messebesuchern die Dimensionen seiner Förderanlagen visuell eindrucksvoll vor Augen zu führen.
Die Sensation der schwingenden Förderplatte (1965)
Ruhrnachrichten 9.10.1965
Transkripte der Presseberichte:
Völlig verschleißfrei: Das „Rüttelband“ revolutioniert die ANUGA 1965
Auf der ANUGA 1965 in Köln präsentierte die Hattinger Firma Hartwin Tackenberg eine absolute Weltneuheit, die das Fachpublikum in ungläubiges Staunen versetzte: Einen Kassenstand, bei dem sich die Ware vorwärtsbewegte, ohne dass ein sichtbares Förderband umlief. Die Technologie wurde offiziell in mehreren Schutzrechten (darunter die Dienstanmeldung vom 16. Januar 1965 unter der Nummer 1 579 574) geschützt:
- Das physikalische Prinzip: Statt eines klassischen, rotierenden Gewebe- oder Gummigurts setzte Tackenberg eine starre Förderplatte ein. Diese ebene oder rinnenförmige Platte wurde durch eine umlaufende Unwucht oder Elektromagnete in hochfrequente Schwingungen mit geringer Amplitude versetzt. Durch eine minimale Neigung rutschte selbst kleinste und leichteste Ware vollkommen schonend vorwärts.
- Die unschlagbaren Vorteile: Das System war mechanisch genial. Da es keine Umlenkrollen oder Gurte gab, war die berüchtigte Unfall- und Einzugsgefahr an den Bandenden komplett eliminiert. Zudem gab es keinerlei Verschleiß durch Längenveränderungen, Schräglagen oder Verschmutzungen des Bandes.
- Das unerwartete physikalische Problem: Obwohl das Rüttelband in der Theorie perfekt war, sorgte die Praxis im Lebensmitteleinzelhandel für ein kurioses Phänomen: Wurden Milchtüten oder Milchkannen über eine etwas längere Kassenstrecke transportiert, wirkten die feinen Vibrationen der Platte wie ein Butterfass – die Milch wurde während des Kassiervorgangs zu Butter geschüttelt.
- Das spätere Schicksal: Da das System für den Lebensmittelbereich aufgrund der physikalischen Auswirkung auf Molkereiprodukte angepasst werden musste, blieb das klassische Förderband im Supermarkt Standard. Für spätere Non-Food-Märkte (wie Baumärkte), bei denen das Problem keine Rolle gespielt hätte, setzten sich die klassischen Gurte letztlich rein über die enorme Produktions-Menge wirtschaftlich durch.


Fachzeitschriften „neue läden“, „Die Ernährung“ und „Selbstbedienung und Supermarkt“ aus den Jahren 1966 und 1968
Transkripte der Presseberichte:
Meilenstein Mai/Juni 1966: Das historische EuroShop-Debüt in Düsseldorf
Halle D 2, Stand 4211: Die Geburtsstunde der weltweiten Leitmesse im Zeichen von Tackenberg
Im Frühjahr 1966 feierte die EuroShop in Düsseldorf ihre absolute Weltpremiere als Fachmesse für den modernen Ladenbau. Die Hattinger Firma Hartwin Tackenberg präsentierte sich dem internationalen Fachpublikum direkt im Zentrum des Geschehens und setzte mit ihren in Serie gefertigten Kassenplätzen neue Maßstäbe für die gesamte europäische Handelslandschaft:
- Die Serienfertigung der Legenden: Das Unternehmen präsentierte stolz die wegweisenden, in Serie hergestellten „Finish“-Dreizellenkassenstände sowie die „Obligat“-Zweizellenkassenstände, die speziell für die rasant aufkommenden Lebensmittel-Selbstbedienungsgeschäfte entwickelt worden waren.
- Logistik für Warenhäuser: Neben den klassischen Kassenplätzen demonstrierte Tackenberg hocheffiziente Magazin-Förderanlagen, die für den reibungslosen internen Warenfluss großer Kaufhäuser konzipiert waren.
- Der revolutionäre Wagenkanal: Als ergonomische Sensation wurde ein eigens entwickelter Wagenkanal vorgestellt. Kunden konnten ihre entleerten Einkaufswagen dort barrierefrei abstimmen, sodass der nachfolgende Zahlungs- und Packvorgang an der Kasse zu keinem Zeitpunkt blockiert oder beeinträchtigt wurde.
- Zubringer-Technologie: Integrierte Zubringerförderbänder erleichterten der Kassiererin die Arbeit spürbar und beschleunigten die Abfertigungsgeschwindigkeit an der Kassenlinie dramatisch.
Meilenstein Mai 1968: Die exklusive Sonderschau auf der EuroShop
Tackenberg als offizieller Gestalter des „Verbrauchermarktes der Zukunft“
Nur zwei Jahre nach dem triumphalen Debüt kehrte die Firma Tackenberg im Mai 1968 nach Düsseldorf zurück. Die renommierte Fachpresse (darunter die Zeitschrift „neue läden“) hob das Unternehmen besonders hervor, da ihm eine ganz besondere Ehre zuteilwurde – das Ausrichten einer eigenen, offiziellen Sonderschau:
- Die große Sonderschau: Unter dem Titel „Kassenstände für den Verbrauchermarkt“ richtete Tackenberg eine exklusive, viel beachtete Showfläche aus. Hier wurde den Handelsketten praxisnah demonstriert, wie die Zukunft des modernen Großflächen-Einkaufs logistisch funktioniert.
- Vom Einzeller bis zum Vierzeller: Das Portfolio umfasste mittlerweile hocheffiziente Mehrzellen-Kassenstände, die in jeweils vier spezialisierten Ausführungen für jeden Markttypus maßgeschneidert geliefert werden konnten.
- Die drei Säulen des modernen Bezahlens: Im Zentrum der Präsentation standen drei revolutionäre System-Variationen, die auf die unterschiedlichen Einkaufsgewohnheiten der Kunden abgestimmt waren:
- „System Umpack“ für den schnellen Kassiervorgang
- „System Mehrzellen“ für maximale Kundentaktung
- „System Behälterförderer“ für automatisierte Logistikzonen
Heimat am Mittag 12.08.1966 u. Ruhrnachrichten vom 13.08.1966
Transkript des Presseberichtes:
Tackenberg auf der LEFA 1966: Sensationen in Serie und ein Hauch von „Messe-Magie“
Im August 1966 blickte die gesamte Fachwelt auf das Hamburger Ausstellungsgelände „Planten un Blomen“. Auf der renommierten Lebensmittelfachausstellung (LEFA) untermauerte die Hattinger Firma Hartwin Tackenberg mit einer Welle von Weltneuheiten ihren Ruf als technologischer Antreiber der gesamten Branche:
- Die Geburtsstunde der Lichtschranke: Tackenberg präsentierte auf der LEFA als absolut erste Firma überhaupt ein fotoelektronisch gesteuertes Förderband. Die dafür genutzte Gegenlichtschranke (Sender und Empfänger) war ein streng geheimes, massives Vorserienmodell, das unter strengen Auflagen extra aus den USA importiert worden war.
- Messe-Anekdote „Die Postkarte“: Da die Hamburger Messehalle über Oberlichter verfügte, löste das vormittägliche Sonnenlicht die noch ungefilterte Lichtschranke unbemerkt von alleine aus. Mit unnachahmlichem Erfindergeist nutzte Hartwin Tackenberg eine leicht gewölbte Postkarte, um den Sensorenbereich unauffällig abzuschirmen. So hielt das Förderband zur Begeisterung der Kunden punktgenau an – ein genialer, charmanter Verkaufstrick, der bis heute zeigt, wie bewusst und lösungsorientiert bei Tackenberg verkauft wurde.
- Technischer „Größenwahn“ im Fokus: Neben den legendären Erfolgsmodellen „Finish“ und „Obligat“ stellte Hartwin Tackenberg erstmals einen monumentalen „Finish“-Vierzellenkassenstand aus. Es war eine bewusste Demonstration purer Leistungsfähigkeit. Die Konstruktion war so rasant, dass das Kassieren schneller vonstattenging als jeder damalige Bezahlvorgang.
- Die Korbstapelautomatik: Als weiteres absolutes mechanisches Highlight wurde eine elektrische Automatik für Einkaufskörbe vorgestellt. Um dem Kassenpersonal ergonomisch das Heben und Bücken zu ersparen, wurden die Körbe beim Registrieren automatisch abgesenkt. Ein Vorlaufförderband sorgte zeitgleich für maximalen Komfort auf Kundenseite.
- Dauerpräsenz auf den Leitmessen: Die LEFA 1966 reihte sich nahtlos in die Kette großer Erfolge ein, zu denen im selben Jahr auch die allererste Weltpremiere der „Euroshop 66“ im Juni in Düsseldorf gehörte. Aufgrund des enormen Ansturms plante das Unternehmen noch im selben Jahr eine umfassende Betriebserweiterung in Hattingen, um die gewaltige Nachfrage aus dem In- und Ausland zu bedienen.
12.09.1966 Ruhrnachrichten Fachzeitschrift „Die Ernährung“ (Heft 10, Oktober 1966, Hamburg) IKOFA-Rundschau (September 1966, Nr. 9)
Transkript des Presseberichtes:
Meilenstein September/Oktober 1966: Der IKOFA-Triumph in München & Das Phänomen „Oktoberfest“
Halle 2, Stand 233: Tackenberg erobert den Süden und schreibt Seriengeschichte
Im Herbst 1966 setzte die Hattinger Firma Hartwin Tackenberg ihren Siegeszug auf den großen deutschen Leitmessen fort. Parallel zum weltberühmten Münchner Oktoberfest präsentierte das Unternehmen auf der Internationalen Lebensmittel- und Feinkost-Ausstellung (IKOFA) wegweisende Innovationen, die in der Fachpresse (darunter die Ruhr-Nachrichten und das Fachblatt Die Ernährung) für enormes Aufsehen sorgten:
- Die Geburtsstunde der Serienfertigung: Die IKOFA 1966 war die offizielle Startrampe für die Serienproduktion der neu entwickelten „Finish“-Vierzellenkassenstände. Diese mechanischen Meisterwerke wurden in einer zukunftsweisenden Kombibauweise als modulares Anbau-System geliefert, das sich flexibel an den Einsatz von Einkaufskörben oder Einkaufswagen anpassen ließ.
- Das Highlight der Korbstapelautomatik: Als ergonomische Sensation wurde die integrierte elektrische Automatik für Einkaufskörbe gefeiert. Durch das automatische Absenkereflektieren der Körbe wurde dem Kassenpersonal das ständige, ermüdende Heben und Bücken komplett erspart.
- Sicherheit im Fokus: Auch die innovative, foto-elektronische Lichtschranke am Zubringerförderband direkt an der Registrierkasse wurde dem breiten Fachpublikum demonstriert, was die Durchlaufleistung der Kassenplätze nochmals drastisch steigerte.
Der Aufstieg in der Bahnhofstraße – Mit Vielseitigkeit zum Erfolg
Historische Werbeannoncen dokumentieren das breite Fundament des Hattinger Pioniers Hartwin Tackenberg
Im Herbst und Winter 1966 spiegelten die geschalteten Werbeanzeigen der Firma Hartwin Tackenberg perfekt das beeindruckende Wachstum und die technologische Transformation des Betriebs wider. Die Originaldokumente aus dem Tackenberg-Familienarchiv zeigen den Weg vom vielseitigen Stahlbau-Spezialisten zum gefragten High-Tech-Lieferanten für den modernen Handel:
- Oktober 1966 – Das solide Fundament (Festschrift „75 Jahre DRK Hattingen“): Diese Anzeige zeigt die enorme handwerkliche Bandbreite der Anfangstage in der Bahnhofstraße 41. Neben der Fertigung von „Förderbändern jeglicher Art“ und „Stahlkonstruktionen für jeden Gewerbezweig“ bediente der Betrieb die regionale Nachfrage mit der Lieferung von Eisen, Stahl und sogar Garagentoren.
- Dezember 1966 – Die Spezialisierung auf den Supermarkt-Boom (Polizei und Verkehrs-Journal): Nur zwei Monate später dokumentiert die Annonce im Fachjournal bereits den unaufhaltsamen Siegeszug der neuen Kernkompetenz. Prominent platziert wird hier die Lieferung von hochmodernen „Mehrzellenkassenständen für Lebensmittel-Selbstbedienungsläden und kompletten Ladeneinrichtungen“ herausgestellt.
- Der historische Standort: Beide Anzeigen halten die Anfänge der Erfolgsgeschichte in Hattingen (Ruhr) mit der damaligen zentralen Rufnummer 23434 und dem Postfach 443 fest – das Sprungbrett, von dem aus wenig später der Bau der eigenen großen Fertigungshallen realisiert wurde.


11.08.1967 Ruhr-Nachrichten /
Der Sprung nach Bochum und die Expansion im Gewerbegebiet „Nordpol“
Transkript des Presseberichtes:
Vom Hattinger Handwerksbetrieb zur hochmodernen Serienfertigung
Im Sommer 1967 vollzog die Firma Hartwin Tackenberg den entscheidenden strategischen Schritt, um der explosionsartig steigenden Nachfrage nach modernen Kassenplätzen gerecht zu werden. Die beengten Verhältnisse in der Hattinger Bahnhofstraße wurden durch den Neubau eines modernen Produktions- und Verwaltungskomplexes an der Hattinger Straße 987 (Bochum) abgelöst:
- Der neue Standort: Das Unternehmen ließ sich als erstes „Zugpferd“ im neu erschlossenen Gewerbegebiet „Nordpol“ direkt an der Stadtgrenze zu Hattingen nieder.
- Architektur aus eigener Hand: Getreu dem Ethos des leidenschaftlichen Konstrukteurs übernahm Hartwin Tackenberg die komplette Planung, Statik und Berechnung der zweistöckigen Bürogebäude sowie der weitläufigen Fertigungshalle selbst.
- Stufenlose Expansion bis zum Weltmarktführer: Die neue Betriebsstätte war von Anfang an auf maximalen Warenfluss und modernste Serienfertigung ausgelegt. Bereits im Jahr 1972 dokumentierten umfassende Erweiterungen um die Hallen 2, 3 und 4 das unaufhaltsame Wachstum des Unternehmens, das im Jahr 1990 in einem weiteren Großbauabschnitt gipfelte.
- Wirtschaftliche Unabhängigkeit: Durch eine kluge Kombination aus immensem Auftragswachstum und vorausschauender kaufmännischer Liquiditätsplanung gelang es der Firma Tackenberg über ein halbes Jahrhundert hinweg, sämtliche Expansionen und Hallenbauten vollständig ohne Schulden oder Bankredite aus eigenen Rücklagen zu finanzieren.
Repräsentativer Glanz an der Hattinger Straße
Ein Büro aus echtem Kupfer: Tackenberg wird zum Prospekt-Motiv
Beim Innenausbau des neuen Hauptsitzes in Bochum im Jahr 1967 überließ Hartwin Tackenberg Senior nichts dem Zufall. Um internationalen Kunden und Handelsketten den hohen Qualitätsanspruch des Unternehmens bereits beim ersten Gespräch zu demonstrieren, ließ er sein Chefbüro und das Besucherzimmer mit einer absoluten Weltneuheit ausstatten:
- Der Echt-Kupfer-Schichtstoff: Die Wände wurden mit großflächigen, brillant-plastischen Echt-Kupfer-Relief-Schichtstoffplatten der renommierten Marke dekorial (aus dem Hause dekodur) verkleidet. Diese edle, metallische Wandgestaltung hatte eine enorme repräsentative Wirkung.
- Ein Novum für den Hersteller: Das Dekorplattenwerk Hirschhorn war von der innovativen Verwendung der Platten in einem mittelständischen Maschinenbaubetrieb derart beeindruckt, dass es Hartwin Tackenberg einen exklusiven Preisnachlass gewährte. Im Gegenzug durfte ein Fotograf die Räume für den offiziellen Werbeprospekt der Marke ablichten.
- Der Schreibtisch im Katalog: Auf dem historischen Werbe-Farbflyer der Firma dekodur ist die Tackenberg-Chefebene unten rechts prominent unter der Rubrik „dekorial in Büros“ abgebildet – komplett mit dem massiven Holzschreibtisch und einer gelben Narzisse.
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StadtSpiegel Bochum vom 14.02.1990
Transkript des Presseberichtes:
Meilenstein 1990: Geheimsache DDR – Tackenberg als Vorreiter der Wiedervereinigung
Wirtschaftswende im Osten: Kassenstände aus dem Ruhrgebiet für Magdeburg
Kurz nach dem Mauerfall und noch vor der offiziellen Wiedervereinigung im Frühjahr 1990 leistete die Firma Hartwin Tackenberg echte Pionierarbeit beim Aufbau des modernen Einzelhandels in den neuen Bundesländern. Der Stadtspiegel Bochum berichtete damals über diesen großen Exportauftrag. Dahinter steckte eine historisch einmalige, hochemotionale Geschichte:
- Pionierarbeit unter Geheimhaltung: Noch bevor in Westdeutschland überhaupt jemand ahnte, wie die Wiedervereinigung ablaufen würde, stattete Tackenberg die ersten beiden großen Selbstbedienungsmärkte in Haldensleben und Staßfurt aus. Über diesen logistischen Meilenstein durfte im Vorfeld aus strategischen Gründen absolut nicht gesprochen werden.
- Logistik vor dem großen Wahltag: Die Auslieferung und Einrichtung der insgesamt 14 Kassenstände im Raum Magdeburg erfolgte noch vor den letzten freien Volkskammerwahlen der DDR im März 1990.
- Technologie-Transfer: Zu diesem Zeitpunkt waren moderne Kassenarbeitsplätze mit elektrischen Transportbändern im Osten noch absolute Mangelware. Tackenberg brachte das westdeutsche Know-how, die bewährte Ergonomie und das moderne Design direkt in die neuen Supermärkte.
- Ergonomie für alle: Das Hauptziel des Auftrags war es, den Kassiererinnen im Osten ab der ersten Stunde die gleichen ergonomisch optimierten Arbeitsplätze zu bieten, die im Westen bereits Standard waren.
- Wachstum am Standort: Als eines von nur vier hochspezialisierten Unternehmen in ganz Deutschland blickte Hartwin Tackenberg damals auf eine enorm steigende Nachfrage und plante am Produktionsstandort bereits die Einstellung neuer Mitarbeiter.
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