Ergonomie seit 1963
„Was soll das, Ergonomie seit 1963?”, werden sich einige fragen.
Die DGUV definiert Ergonomie wie folgt: „Ergonomie ist die wissenschaftliche Lehre von der menschlichen Arbeit. Ziel ist es, Arbeitsplätze, Arbeitsmittel, Abläufe und die Arbeitsumgebung optimal an die physischen und psychischen Fähigkeiten des Menschen anzupassen – und nicht den Menschen an die Arbeit.“
Das klingt sehr pathetisch, vor allem aus der heutigen Zeit. Aber was sind lukrative Erfindungen?
Erfindungen sind zunächst einmal besondere, einmalige Neuerungen. Aber verkauft sich jede Erfindung?
Ganz klar: nein!
Woran liegt das?
An mangelnder Akzeptanz. Nicht die des Anschaffenden, sondern die der Bediener ist entscheidend. Es gibt viele Maschinen, die theoretisch viele Arbeiten erleichtern, aber wenn sie vom Bediener oder Nutzer aus welchen Gründen auch immer nicht akzeptiert werden, dann scheitern diese Erfindungen.
In der Logistik heißt es, die richtigen Waren zur richtigen Zeit in der richtigen Qualität zum richtigen Preis bereitzustellen. Bei der Akzeptanz von Neuerungen gilt es, die richtige Erfindung zur richtigen Zeit für die richtigen Menschen zum richtigen Preis mit dem richtigen Nutzen bereitzustellen.
Dann hat eine Erfindung auch Erfolg.
Und hier haben Hartwin Tackenberg und sein Sohn zur richtigen Zeit den „Zahn der Zeit” getroffen. Man muss auch die Gabe haben, Fehlentscheidungen zu korrigieren, auch wenn es schwerfällt, das bedeutet aber auch ständiges Ohr am Kunden, Akzeptanz der Bediener und kaufmännisches Verhalten im Unternehmen.
Viele werden sagen, was hat denn 1963 die Ergonomie gescherrt ?
Tackenberg hat sich immer darum gekümmert, denn das war einer der Grundpfeiler des Erfolges.
Wie oft haben wir mit den Kunden über die Behörden geschimpft aber immer haben wir sie unterstützt, denn die Vorgaben bedeuten eine neue Betrachtung des Produktes und neue Herausforderungen und die haben wir immer gemeistert.
Wir werden hier aufzeigen, dass Hartwin Tackenberg nicht nur eine Maschine erfunden hat, sondern dass er mit seinem Sohn einen neuen Begriff geprägt hat den "systemergonomischen Kassenstand".
Problem der Blockkasse
Die ersten auf dem Markt erhältlichen Kassen waren die sogenannten Blockkassen aus den Bedienmärkten. Es handelte sich um schwere Kurbelkassen mechanischer Art, die für den Stehbetrieb der Person hinter der Kasse konzipiert waren.
Moderne Kassenarbeitsplätze waren dagegen Sitzkassen. Der Grund dafür war augenscheinlich. Sitzend kann man länger arbeiten. Das stimmt, allerdings kann man dabei viel weniger den ganzen Körper einsetzen, um Arbeiten zu verrichten. Der menschliche Körper ist ein Konstrukt aus verschiedenen Bauteilen.

Auf dem Foto kann man gut erkennen, dass die Kasse einfach auf einem Tisch steht. Es ist egal, wie schwer diese sitzend zu bedienen ist. Die oberen Tasten sind fast nicht zu erreichen, ohne sich zu verrenken, und die unteren liegen in einer unnatürlichen Position.
Über das Problem der nach vorne ausfahrenden Schublade wollen wir gar nicht erst reden.
Nicht umsonst nannte man sie sarkastisch „Schwangerschaftsverhütungsschublade”.
Der Kassenstand konnte technisch noch so gut sein, das Problem waren die vorhandenen oder auf dem Markt erhältlichen Kassen.
Hartwin Tackenberg erkannte dies und erfand eine Lösung, die so einfach wie genial ist.
(Hill Markt in Witten)
Unsere geschätzte Mitarbeiterin, Frau Steinbach, hat auf diesem Bild die Lösung des Problems gezeigt. Die Kasse wurde getrennt. Das Tastaturfeld wurde durch die gekippte Kasse geneigt und von der Geldlade getrennt.
Dies erforderte eine entsprechende individuelle Konstruktion, die dies ermöglichte, aber es war ein komplett anderes Arbeitsgefühl in einer Zeit, in der man mit dem leben musste, was man vorfand.
Der Erfolg war frappierend.
Die Kassiererinnen wollten immer nur mit den Tackenberg-Modellen arbeiten. Dieser kleine, kaum sichtbare konstruktive Einschnitt sorgte bereits 1963 für erste kleine Ergonomieschritte.