Die
Geschichte der Selbstbedienung unter Berücksichtigung der Entwicklung
von Kassenarbeitsplätzen
Der Tandemkassenstand
Uns allen ist mit der
Bezeichnung Tandem sicherlich gleich der Einsatz eines Tandem(fahrrades)
eingefallen.
Könnte es mit dieser
Bezeichnung etwas zu tun haben ?
Worum geht es denn überhaupt ?
Beim täglichen Einkauf kommen wir oft an Kassenabrechnungsstellen vorbei,
in denen zwei Personen sitzen, die an jeder Seite die Kunden bedienen bzw.
die Ware registrieren. Hier hat sich in der Branche der Name und Begriff
Tandemkassenstand bzw. Tandemkassentisch als Synonym herauskristalliesiert.
Doch wie kam es hierzu ?
Die genannte Bedienung an beiden Seiten des Kundendurchganges, wie gerade
beschrieben, war nicht die Geburtsstunde des Tandemkassenstandes. Im ersten
Step der Entwicklung war die Leistungsfähigkeit des Kassenstandes gefragt.
Aus der Entwicklung des Tandemfahrrades abgeleitet, entstand der erste Tandemkassenstand.
Bei einem Tandemfahrrad ist die physikalische Leistung doppelt so hoch wie
bei einem Fahrrad auf dem nur eine Person fährt. Es lag also nahe, diesen
Leistungsgedanken auf den Kassenstand zu übertragen.
Anfang der 70er Jahre entwickelte die Firma Hartwin TACKENBERG aus
Bochum den ersten Tandemkassenstand, der als damalige Weltsensation einen
großen Siegeszug durch die Selbstbedienung vollzog.
Hierbei saßen 2 Kassiererinnen hintereinander. Die erste Kassiererin
registrierte die Ware und die zweite Kassiererin übernahm den Geldverkehr
und konnte dem Kunden beim Einpacken behilflich sein.
Es war zu der Zeit, als bereits gerade die Scannerkassen zum Einsatz kamen.
Der Clou dieses ersten Tandemkassenstandes war, daß nur in Stoßzeiten,
d.h. bei großem Kundenandrang so abgerechnet wurde, bzw. werden konnte.
War nur normaler Kundenverkehr, so konnte der erste Arbeitsplatz geschlossen
werden, und die hinterer Kassiererin übernahm wie auch noch heute bekannt,
die gesamten Kundenabrechnung.
Hiermit waren Schlangen vor den Kassenständen, wenn denn so das Kassierpersonal
eingesetzt wurde nahezu nie vorhanden. Durch den Einsatz der Scannerkassen
und der Problematik des Umbaues vom Scanner am ersten Arbeitsplatz zum
zweiten Abeitsplatz , je nachdem wieviele Kassiererinnen am Kassenstand arbeiteten
und dem Gedanken der Personalreduzierung wurden nach einigen Jahren diese
Abrechnungsart wieder abgeschafft. Tatsache ist und bleibt jedoch, daß
diese Tandemabrechnung eine Leistungshöhe hatte, die auch von heutigen
Kassenständen in dieser Form nur schwer erreicht wird.
In jedem Fall jedoch war durch diese Entwicklung der Name Tandemkassenstand
entstanden, Dank dieser Entwicklung .
Wie gesagt verschwand der Tandemkassenstand wieder aus den SB-Märkten
bzw. wurde nur noch als Einzelarbeitsplatz benutzt, so kam es kurz darauf
zu einer anderen Anforderung.
Platz wurde immer wichtiger, jedoch nicht für die Kassenstände,
sondern für die Ware. Dies bedeutete die Schaffung von extrem platzsparenden
Kassenabrechnungsstellen.
Hierbei entwickelte wieder die Firma Hartwin Tackenberg einen Kassenstand
bei dem in einem geschlossenen Korpusraum zwei Kassiererinnen jetzt
jedoch zwei unterschiedliche Kunden abrechnen konnte. Da bereits der Name
Tandemkassenstand sich eingebürgert hatte, sprach der Markt hierbei
wieder von Tandemkassenständen bzw. Tandemkassentischen, ein Begriff
der sich bis in die heutige Zeit beibehalten hat.
Mitbewerber sprachen dabein von duo-kassentischen, meinten jedoch stets die
gleiche Abrechnungsform.
Seine Hochzeit hatte der Tandemkassenstand Ende der 70er Jahre, als Märkte
entstanden, mit bis zu 40 Tandemkassenständen.
Da eine solcher Tandemkassenstand eine größere Breite hatte,
als normale Kassenstände kam es in den Anfängen oft zu Transport-
und Einbringungsschwierigkeiten. So wurden bereits frühzeitig Kassenstandeinzelteile
gefertigt, die vor Ort zusammengestellt werden mußten.
Auch hier wurde im Hause Tackenberg angefangen Kassenstände in Modulbauweise
erstmals herzustellen.
Mit dieser Art der Tandemkassenstände wurde der Leistungsgedanke verdrängt
und das Platzproblem in den Vordergrund gestellt. Durch die Sitzposition
des Kassierpersonals war immer ein Kassenstand ein Rückhandkassenstand
und ein Kassenstand ein Vorhandkassenstand.
Neu war hierbei der Rückhandkassenstand. Dieser nannte sich so, da der
Kunde stets aus dem Rücken der Kassiererin zum Kassenstand trat. Man
sollte meinen ein Nachteil, jedoch wurden die Rückhandkassenstände
oftmals mehr vom Kassierpersonal benutzt als die herkömmlich bekannten
Vorhandkassenstände. Warum dies so war bzw. immer noch ist wird an anderer
Stelle erklärt, da diese mit der Ergonomie bzw. der Sitzposition zusammenhängt.
Mit dem Einsatz dieser reinen Tandemkassenstände wurden auch die Tandemmodelle
aus zwei eigenständigen Kassenständen marktfähig, die ineinander
gestellt die gleiche Abrechnungsart darstellten, jedoch oft weniger Platzbreite
dafür jedoch mehr Platztiefe beanspruchten bzw. beansprechen.
Generell gilt für Tandemkassenstandmodelle noch immer das gesagte, jedoch
führen moderne Cockpitarbeitsplätze zu höherer Leistung und
es gibt durch die Entwicklung aus dem Hause Tackenberg mit den sog. Future-Cockpit-Line
Kassenstände (ges.gesch.) keinen Unterschied
mehr zwischen Vorhand,- und Rückhandkassenständen. Dies gilt insbesondere
bei den Einblick (ges.gesch.) und Visa (ges.gesch.)-Modellen.